Presse
“Till - eine musikalisch-literarische Eulenspiegelei” im Sudhaus in Tübingen
“…Aus gemeinsamem Suchen, gegenseitigem Vortragen und Abwägen von Wort und Ton entstand im Laufe des Abends im Tübinger Sudhaus ein facettenreiches Bild des berühmten Schalks aus viererlei Quellen, wobei auch die frühdeutsche Fassung zu Gehör kam.
Sprecher Günter Hänel stellte die Texte versiert dar und nahm seine Zuhörer mit in die spannende andere Welt des Schalks. Der Spiegel, den Eulenspiegel seinen Zeitgenossen vorhielt, ließ oft genug auch Köpfe unserer Zeit wiedererkennen…
Die drei »Engel« musizierten auf professionell anspruchsvollem Niveau: saubere Intonation, exakte Ansprache auch bei Doppelzungen, unauffällige Atemtechnik, simultane Läufe, ansprechende Phrasierung und differenzierte Dynamik waren Standard; kein Kiekser oder falsche Luft trübte den Genuss. Eine Musik zum Zurücklehnen!
Dabei bewegten sich die Drei durch verschiedenste Gattungen, Stile und neben Ibert, Kagel und Auric lernte man auch weniger bekannte Komponisten kennen. Wer kennt schon die beiden Commedia-dell-arte-Perlen Capitano und Arlecchino von Farkas? Das Trio hinterließ einen spritzigen, spielfreudigen Gesamteindruck, der auch die vier früheren Kompositionen von Haydn, Mozart, Bassano sowie Susatos Blockflötenbestseller Rondo und Saltarello in wechselnden Taktarten mit anderen Ohren hören ließ…”
Reutlinger Generalanzeiger, 07.10.2008
“Till - eine musikalisch-literarische Eulenspiegelei” im Zweiten Städtischen Gymnasium in Rottenburg/Neckar
“Dass die Schwaben schlaue Leute sind und Till Eulenspiegel ein Schalk vom ersten bis zum letzten Atemzug war - dies und mehr erfuhren die Zuhörer/innen am Sonntagnachmittag in der Mensa des Zweiten Städtischen Gymnasiums. Unter dem Titel „Till - eine musikalisch-literarische Eulenspiegelei” bot das „trio des anges” gemeinsam mit Sprecher Günter Hänel ein gelungenes Arrangement aus Musik und Texten.
Das Publikum hörte Geschichten aus dem Leben Till Eulenspiegels, abgelöst von Musik, die stets die Stimmung des jeweiligen Textes aufgriff. Besonders plastisch: die auf der Burg spielenden Geschichten, zum Klingen gebracht beispielsweise in dem mittelalterlich wirkenden „Tambourin” aus „Concert champetre” von Henri Tomasi. Stellenweise verdeutlichten die Musiker die Texte lautmalerisch: so bliesen sie zum Beispiel in ihre Mundstücke, um Fanfaren darzustellen.
Sprecher Hänel führte mit sonorer Stimme, deutlicher Sprache und komödiantischem Talent durch das Konzert. Dabei wurde die Frage geklärt, ob die auf der Burg lebenden Schweine französisch sprächen. Natürlich - man höre nur mal den „Oui, oui” schreienden Ferkeln genauer zu.
Das Trio Juliane Helena Baur (Klarinette), Alexander Strauss (Oboe) und Johannes Wester (Fagott) überzeugte durch harmonierendes Zusammenspiel. Das war besonders spürbar während des sanften Duktus‘ von Jacques Iberts „Andante” aus den „Cinq pièces en Trio”, bei dem die drei Instrumente klanglich scheinbar zu einem verschmolzen…
Dass unter den etwa dreißig Zuhörern auch Kinder waren, trug zur lockeren Atmosphäre bei: Man ließ sich anstecken von der schalkhaften Stimmung und lachte auch mal laut über die oft lustigen Texte.”
Schwäbisches Tagblatt, 21.10.2008
Konzert im „Theater im Torbogen” in Rottenburg/Neckar
„…Alexander Strauss, Oboe, Juliane Helena Baur, Klarinette und Johannes Wester, Fagott, begannen mit einer gescheiten zeitgenössischen Bearbeitung von Mozarts “Figaro”-Ouvertüre durch Edward Benyas. Flinke Läufe, erstaunliche Klangfülle erfreuten. Das Trio schaffte es, ohne Tempokonzessionen auch den turbulenten Schlussabschnitt farbig und dynamisch nuanciert zu gestalten.
Im Gefolge von Debussy und Satie komponierte Georges Auric sein Trio, in dessen langsamem Mittelsatz die Bläser-Engel Reize sanglicher Kantilenen auskosteten, die fein ausgehörten dreistimmigen Linien in weichfließendem Legato spielten. Ideal gelang die Abstimmung der Timbre-Mixturen: In manchen Momenten klang das Fagott höher als die Klarinette. Ebenso wie Auric, nicht ganz so raffiniert, versuchte sich sein englischer Altersgenosse Gordon Jacob im Genre heiterer Salonmusik. Als Knüller erwies sich das Scherzo: Ein simples Zweiton-Motiv, vielfach abgewandelt, wandert von einem Instrument zum anderen, in fliegendem Wechsel.
Als Finale diente eine Tanzsuite, “fünf Miniaturen” von Libor Sima, die sich eingeschliffenen Hörerwartungen witzig widersetzten. So bewegte sich der “Walzer” zunächst mit Pausen konsequent um den gewohnten Dreivierteltakt herum; erst spät stellte sich das Um-ta-ta-Getriebe her, offenbarend, dass es auch zuvor schon wirkte, wenngleich untergründig.”
Schwäbisches Tagblatt, 28.04.2008
Konzert im Holzschnittmuseum in Öschingen
„…Zu welch sensiblen Klangfarben und Mischungen das Trio überdies in der Lage war, zeigte sich vor allem in Erwin Schulhoffs Divertissement, einer fünfsätzigen Suite, die mit ironischen Brechungen in eigenständigem Idiom wohltuend an die Delikatesse Strawinskys erinnerte…
Ein besonderes Vergnügen bereitete das Trio des Malers und Komponisten Georges Auric aus dem Umfeld Jean Cocteaus. Mit einfachsten kompositorischen Mitteln entstanden klar gezeichnete Miniaturen in der Art von Kinderszenen und Liedern. Das Publikum, durch dieses Programm bei sommerlicher Hitze erfrischt, spendete herzlich Beifall.“
Reutlinger Generalanzeiger, 23.07.2007
Konzert im Holzschnittmuseum in Öschingen
„…Vor der Uraufführung des Heiss´schen Werkes erklang ein Divertimento des 1942 im KZ Weißenburg gestorbenen Erwin Schulhoff: Aus leerem Quintenrahmen wie in Beethovens Neunter entwickelt er in der Ouvertüre ein Perpetuum mobile, die virtuose Beweglichkeit der Instrumente nützend. Neckisches Staccato im ,Romanzero’, Charleston-Zitate im gleichnamigen Satz, die wie in einem Dix-Gemälde schräg aus dem Rahmen fallen, mixturartige Terzparallelen in “Florida”, spanisch Tänzelndes im
Rondino-Finale: Strauss, Baur und Wester intonierten trotz der schwülen Enge problemlos, zündeten humorig die oft witzigen Subito-Schlusswendungen. Ein fast alle Tangoformeln zusammenfassendes Werk von Etienne Herse mit seligen Terzen von Klarinette und Englisch Horn (Alexander Strauss) sowie das für seine Zeit erstaunlich volkstümlich wirkende Trio von Georges Auric, immerhin Mitglied der französischen Komponisten-”Groupe des Six”, das laut Programmheft “keine unbeabsichtigten Romantizismen”, dafür jede Menge beabsichtigte enthält, rundeten das kurzweilige Programm ab.“
Schwäbisches Tagblatt, 23.07.2007
Konzert im Großen Saal des Landestheaters Tübingen
„…In der Besetzung Oboe, Klarinette und Fagott, zelebrieren Alexander Strauß, Juliane Baur und Johannes Wester Werke des späten 18. und des frühen und ausgehenden 20. Jahrhunderts. Die Einleitung zu Mozarts ,,5 Divertimenti” oder Stücke von Henri Tomasi und Jacques Ibert werden dank der drei aus Tübingen stammenden Bläser zu einer relaxten Sache, ausgetragen zwischen weichen Akzenten und verhaltenem Suchen…”
Reutlinger Nachrichten, 23.10.2006